
Meine wechselvollen Beziehungen zu Arnold Kramish
Meine ersten Kontakte zu Arnold Kramish erfolgten im Zuge von dessen Recherchen. Ich hatte ihm auf all seine Fragen so gut ich konnte Antworten gegeben, ihm insbesondere den Zolcher Kodex kopiert. Während dieser Korrespondenz war verschiedentlich sein Besuch in Basel angesagt, der aber nie stattfand.
Meiner Erinnerung nach das erste Mal traf ich Kramish an der Buchparty im Norwegischen Konsulat in New York und dann zu Zweit beim Frühstück am nächsten Morgen. Bei dieser Gelegenheit schenkte ich ihm die schweizerische Albert Einstein-Münze.
Einige Zeit später, ich weiss aber nicht mehr bei welchem Anlass, schenkte ich ihm ein Schweizer Armeemesser. Dieses Messer schickte er dann Lore Levit zurück ohne weitere Erklärung.
Einige Zeit später traf ich mich mit Kramish in London. Er erzählte mir sehr viel, was ich nicht wusste. Wir wollten dann am Abend jenes Tages mit Hilde und der Schwester von Kramish Abendessen gehen, doch Hilde zierte sich und erklärte, keine Zeit zu haben. Am nächsten Tag hatte Kramish, wie er mir sagte, ein Treffen mit Elisabeth Maxwell. Am drauf folgenden Morgen rief ich ihn an, weil Hilde unterdessen gnädigst geruht hat, sich für den Abend dieses Tages frei zu halten. Nun aber erklärte Kramish, er sei "fed up" mit Hilde, das Ganze interessiere ihn nicht mehr und sie hätte ja vor zwei Tagen zum Essen kommen können.
Am ersten Tag unserer Begegnung in London hatten Kramish und ich gemeinsam zu Mittag gegessen, nachdem wir vorher in der amerikanischen Botschaft seine Schwester besuchen wollten, die aber nicht anwesend war. Ich hatte Kramish auch gefragt, weshalb er das Schweizer Armeemesser an mich habe zurückgehen lassen. Er sagte: er besässe bereits ein solches Messer.
Ich weiss nicht mehr, ob es vor oder nach London war, dass ich Kramish ein Plakat von Oscar Kokoschka, das dieser PR gewidmet hatte (also mit Originalunterschrift von Kokoschka), schenkte. Es war allerdings in schlechtem Zustand. Andererseits hatte Kramish ein Konvolut von einst vertraulichen Dokumenten (released) an mich senden lassen. Ob er dies aus Freundschaft tat oder weil er selbst drauf keinen Anspruch erheben konnte und deshalb mich als Verwandtem vorschob, vermag ich nicht zu sagen.
Der einzige Grund für die spätere Verstimmung, den ich ev. sehe, ist der, dass er mir sagte, Hilde hätte ihm die zwei Zeichnungen von Toulouse-Lautrec versprochen. Im Nachlass von Hilde hatte es keine Toulouse-Lautrec Zeichnungen, doch vermute ich, dass damit die beiden nicht signierten Zeichnungen von Heinrich Zille (Hilde hatte sie mir gegenüber ebenfalls als Toulouse-Lautrec bezeichnet) gemeint waren, die ich nach langen Recherchen diesem nun glaube mit Sicherheit zuschreiben zu dürfen und die ich für mich behielt.
Offenbar bestehen auch Beziehungen zwischen Pincus Jaspert und Kramish. Auf alle Fälle teilte mir Jaspert am 4.2.2004 mit, dass Kramish eine erweiterte Neuauflage seines Buches plane. Hier sei der sich anschliessende Mailwechsel 7.4.2004 mit Kramish wiedergegeben:
"Dear Arnold,
after our recent exchange of mails I am somewhat puzzled that you did not give me name and address as well as further instructions regarding the Archives concerning Paul Rosbaud. I think that this would only be in the favour of our common goal to have Paul given justice by history. It would certainly not be of any disadvantage for you.
I am further puzzled by a recent information from Pincus Jaspert writing me that you plan a new enlarged version of "The Griffin". If this is so, I would be perfectly willing to assist you by giving you access to my archives and / or adding those facts or elements I know and perhaps you do not yet know. Of course I admit that in general you are far better documented on Paul Rosbaud than I am even so I think to have in some crucial points some knowledge you ignore.
Our relationship, I know, has had ups and downs even so I do not know any reasons, especially not on my side for the downs.
Yours.
Vincent "
"My new information is more than sufficient for an update. Thus, there is no need to accept your offer. Sincerely, Arnold."
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