Robert Maxwalls Zusammenarbeit mit PR, Trennung, Tod von Maxwell, Intelligence Review

Robert Maxwell war wie PR eine den Engländern im 2. Weltkrieg sehr hilfreiche Person. Beide landeten nachher in London und offenbar musste MI5 sich um sie kümmern, hatte aber nicht die Mittel, ihnen eine Pension auszusetzen. So entstand Pergamon Press, worüber Robert W. Cahn, Cambridge einen Artikel geschrieben hat. Die Firma stand anfänglich de facto unter der Leitung von PR, weil sich Maxwell um seine anderen Geschäfte kümmerte. Die Aufbauphase war also unter PR sehr erfolgreich.

Nachdem sich dann Maxwell mehr um den Verlag zu kümmern begann, weil ihm dieser viele Möglichkeiten bot, musste es naturgemäss zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Charakteren, die unterschiedlichen Geschäftspraktiken aus unterschiedlicher moralischer Haltung frönten, zu Streit kommen. Hinzu kam, dass die Tochter von PR, Angela, Sekretärin im Verlag wurde und mit Robert Maxwell eine Beziehung einging. PR trennte sich dann vom Verlag. Er war nur Minderheitsaktionär. In den Memoiren von Elisabeth Maxwell ist PR trotz allem erstaunlich freundlich erwähnt. In den Biographien Robert Maxwell ist er nur knapp genannt. Elizabeth Maxwell habe ich bei Sir Sigi vom ICCJ in London einmal getroffen und mich gehütet, ihr etwas von meiner Verwandtschaft mit PR zu sagen.

Ich habe Robert Maxwell an der ersten Atomkonferenz in Genf kurz gesehen, wo PR mich ihm vorstellte. Ich benutze hier die Gelegenheit, meine These zum Tod von Robert Maxwell darzulegen. Er starb im Mittelmeer, wo er allein auf seiner Yacht einige Tage verbrachte und man weiss offiziell nicht, ob er durch Unfall über Bord gefallen war oder Suizid begannen hat. In jener Zeit war er finanziell stark bedrängt, weil sein Finanzimperium ins Wanken gekommen war. Er hatte es zu einem Teil aus Pensionskassengeldern seiner Firmen finanziert.

Ich halte diese Bedrängnis finanzieller Art nicht für den eigentlichen Grund seines Handelns, denn mit diesen Problemen wäre er wahrscheinlich noch fertig geworden. Ein zweites kam hinzu, das bedeutend schwieriger zu lösen war. In dem Buch "The Samson Option" von Seymour M. Hersh, London 1991, schrieb dieser fast nebenbei, dass Papiere über die Israelische Atombombe der Redaktion einer Maxwell gehörenden Zeitung angeboten worden seien. Der Chefredaktor habe dann Maxwell kontaktiert, der die Papiere an sich genommen habe, um sie der Israelischen Botschaft zur "Verifizierung" zu geben. Dadurch ist dann keine Publikation zustande gekommen. Der Presse konnte man entnehmen, dass Maxwell kurz vor seinem Tod gegen Hersh geklagt habe. Meine Interpretation: Maxwell hatte enge Kontakte zum Israelischen Geheimdienst geknüpft und war offenbar für diesen tätig. Da er aber als ehemaliger Mitarbeiter von MI5 diesem darüber nichts gesagt hat, musste er die Version von Hersh bestreiten und klagte deshalb gegen den Buchautor. Diese Haltung liess sich aber offensichtlich nicht durchhalten. Wenn MI5 von Maxwell genauere Aufklärung seiner Beziehungen zum Mossad verlangte, so hätte er sich wahrscheinlich einer schwerwiegenden Verletzung seines Vertrauensverhältnisses zu MI5 schuldig gemacht, wenn er diese offengelegt hätte.

Ob MI5 zu jenem Zeitpunkt auch über seine Beziehungen zum russischen Geheimdienst Bescheid wusste, kann ich nicht beurteilen. Tatsache ist aber, dass es solche gab. Pergamon Press erhielt alljährlich eine Zahlung aus Russland, ohne dass ein Zahlungsgrund bekannt gewesen wäre. Dies hat dann der holländische Verleger Elsevier einige Zeit nach Erwerb von Pergamon Press festgestellt (erinnert sei an dieser Stelle daran, dass Robert Maxwell nach Erscheinen von "The Griffin" von Arnold Kramish an Hilde Rosbaud ein einmaliges Weihnachtsgeschenk von £ 3'000 gemacht hat, was ich an anderm Ort geschildert habe).

Auf Empfehlung von Robert Cahn wurde ich dann eingeladen, für die Intelligence Review einen Beitrag über Robert Maxwell und PR zu schreiben, was ich tat. Dieser Artikel, enthaltend meine Interpretation auch des Todes von Maxwell, wurde vom Verlag abgelehnt mit dem Rat, ich solle nur über "Bekanntes" schreiben. Artikel und Korrespondenz mit dem Verlag sind bei den Akten, ebenso die anschliessende Korrespondenz mit Nigel West und Robert Cahn.

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